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Seealpsee bei Oberstdorf

Letztens bin ich vom Oytal zum Seealpsee gewandert und von dort aus zur Bergstation des Nebenhorns. Eigentlich wollte ich nur zum Seealpsee, aber der Wanderweg vom Oytal aus ist ziemlich extrem um es mal so auszudrücken. Empfehle ich niemandem! Geht lieber zuerst zur Nebelhorn-Bergstation und von da aus zum See. Zurück dann wieder über die Bergstation. Das ist viel ungefährlicher, glaubt mir.

Warum das so ist, könnt ihr hier nachlesen:

Adresse Parkplatz:

  • Roßbichlstraße 2, Oberstdorf, beim Eislaufzentrum
  • Am Faltenbach 4A, Oberstdorf

Es gibt noch mehr Parkplätze, aber das sind zwei in nächster Nähe.

Parkgebühren: 8,50 Euro
Passend dabei haben! Die Bäcker in Oberstdorf machen erst um 6.30 Uhr auf (falls ihr wechseln müsst). Man kann zwar auch online ein Parkticket erwerben, aber das war mir zu kompliziert.

Nebelhorn Bergbahn:

Die Bergbahn ist 2020 wegen Bauarbeiten geschlossen.

Nie wieder über das Oytal zum Seealpsee!

Ich bin an dem Tag recht früh aufgewacht: um kurz vor 4 Uhr. Das mußte ich ausnützen und fuhr eine halbe Stunde später los. Es war noch dunkel, wurde aber bald hell und es war schön wenig los auf den Straßen. 1,5 Stunden später war ich am Ziel: in Oberstdorf. Nur den Parkplatz fand ich auch mit Navi irgendwie nicht. Also nahm ich den nächsten vor meiner Nase (beim Eislaufzentrum) und siedendheiß fiel mir ein, dass ich kein Kleingeld für den Parkautomaten dabei hatte. Denn eigentlich plante ich mit dem Zug fahren. Aber wenn man so früh wach wird ist das Auto von Vorteil. Züge fahren da noch nicht..

Also was machen? Jetzt war ich endlich auch mal schön früh an Ort und Stelle (5.45 Uhr) und konnte nicht los. So was Blödes! Also den nächsten Bäcker gegoogelt: macht um 6.30 Uhr auf. Naja, hinlaufen kann ich ja schon mal. Um kurz nach 6 war ich dort und sah schon Licht. Fragen kostet nichts dachte ich mir und der Verkäufer war so nett und wechselte mir doch tatsächlich einen 10 Euro Schein, obwohl der Laden eigentlich noch geschlossen hatte! Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an den netten Bäcker.

Wieder am Auto aß ich noch schnell mein mitgebrachtes Müsli und um 6.30 Uhr ging es los. Es war übrigens noch nichts los (ein Donnerstag im Juli), kein Auto und kein Wanderer weit und breit.

Als dann im Oytal auch noch ein paar Nebelschwaden kamen, war mein morgendliches Glück perfekt..

Morgens durch das Oytal.

Zirka eine Stunde wandert man auf ebener Strecke durch das Oytal und ich wäre gerne noch weiter gewandert. Vielleicht mache ich das auch noch ein ander mal. Das Tal ist wirklich schön. Bei einem Bauernhof oder Berggasthof mittig des Tals kann man sich übrigens für den Rückweg nach Oberstdorf Roller mieten (ab 15 Uhr, pro Stück 7 Euro).

Mein Ziel heute war der Seealpsee. Also ging es kurz nach dem Berggasthof Oytalhaus links Richtung Wasserfall. Hier ist der Weg noch ausgeschildert:

Beginn des Wanderweges zum Seealpsee (Oberstdorf)
Beginn des Wanderweges zum Seealpsee.

Seht ihr den Wasserfall? Als ich dort ankam endete der Weg auf der einen Seite und ich brauchte ca. eine halbe Stunde, um den weiteren Pfad zu finden. So fing das Ganze an. Das sollte mir eigentlich eine Warnung sein.

Der Weg war so klein und schmal und verschwand immer wieder. Kurz darauf dachte ich dies wäre der richtige Weg:

Der falsche Weg.

Eine halbe Stunde später merkte ich: das war der falsche Weg. Er führte ins nirgendwo. Wo jetzt hin? Ich schwor mir, dass ich zurück einen anderen Weg nehmen werde (über die Nebelhornbergstation). Ins Oytal gehe ich nicht mehr runter. Nicht hier. Meine Wander-App funktionierte hier auch nicht, so dass ich nicht mehr wußte, wo ich war. Warum gab es keine Schilder? Dazu war es hier sehr steil.

Wenig später sah ich etwas weiter entfernt eine Wanderin laufen. Dort war der Pfad! Also versuchte ich querfeldein irgendwie zu diesem Pfad zu gelangen. Nach einer weiteren halben Stunden war ich dort und heilfroh. So ein Scheiß! Null Beschilderung und kaum Wegerkennung. Und dass auf einer Strecke die von der Nebelhornstation bestimmt von vielen genutzt wird (wenn sie im Betrieb ist). Für mich unverständlich.

Nun hoffte ich, dass sich der Pfad nicht wieder verlor und konnte nach einer Weile wieder die Aussicht genießen:

Blick ins Oytal.

Den Pfad verlor ich zum Glück nicht mehr, aber es dauerte nun immer noch 2,5 Stunden bis ich am Seealpsee ankam. Was auf der Landkarte so kurz scheint, ist in Wirklichkeit eine ziemlich lange Serpetinenstrecke. Bis zum See überholten mich noch genau zwei Wanderer. Es war also schön wenig los. Immerhin. Andererseits hätte ich mich vielleicht nicht verlaufen, wenn mehr Leute unterwegs gewesen wären?

Der Weg war zwar nun erkennbar, aber man sollte schwindelfrei sein:

Steil gehts bergab..

Und dann kam endlich der See in Sicht!

Der erste Blick auf den Seealpsee

Ist er nicht wunderschön? Hier machte ich erstmals Pause und es war bereits 10.10 Uhr. Wenn ich alleine laufe, dann kommen die Pausen immer zu kurz. Daran muß ich noch arbeiten.

Nach 10 Minuten ging es dann auch schon weiter und ich genoß den Ausblick: See und Berge, wunderschön!

Seealpsee mit Berge und Blumen

Ich blieb bei dem Entschluß nun über den Kamm zur Nebelhornbergstation zu gehen. Die Strecke zum Oytal war ein No Go. Nie wieder. Ich brauche einen Wanderweg und Schilder.

Weg vom See zum Bergkamm.
Ein Blick zurück.

Vom Bergkamm aus hat man eine tolle Aussicht zu allen Seiten. Und der Weg war viel breiter. Klar, die Nebelhorn-Bergstation war in der Nähe.

Blick vom Kamm zur Baustelle der Nebelhorn-Bergstation:

Baustelle der Nebelhorn-Bergstation

Vom See bis zum Kamm sind es ca. 1/2 Stunde und vom Kamm zur Berstation noch mal eine halbe Stunde. Auf den Gipfel des Nebelhorns hatte ich keine Lust und auch keine Energie mehr. Ich freute mich jetzt darauf endlich bergab laufen zu können!

Ach, war das schön. Bergab wandern, schöne breite Wanderwege und Beschilderungen. Noch nie habe ich das so genossen. Ich freute mich sogar auf die Teerstraßen weiter unten.

Aber der Wanderweg von der Bergstation nach Oberstdorf ist auch nicht ohne. Erst war es sehr steil:

Aussichtspunkt

Und dann kamen die Teerstraßen. Auch sehr steil. Aber heute liebte ich sie heiß und innig.

Auf dieser Route traf ich auch immer wieder auf Wanderer, die nach oben gingen. Alle waren ziemlich fertig und einige fragten wie weit es noch seie. Eine Familie mit Kindern wollte zum Seealpsee und über das Oytal wieder zurück. Ich hoffe, ich konnte sie davon überzeugen über die Nebelhornbergstation wieder zurück zu laufen und nicht über das Oytal.

Die Teerstraßen-Strecke war nicht nur steil, sie war auch ziemlich lang. Man muß sich den Abschnitt durch das Oytal in steil vorstellen. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich dann wieder in Oberstdorf war: sicherlich auch wieder 2,5 – 3 Stunden. Um 14 Uhr kam ich an und ging zum Supermarkt, um mir noch was zum trinken zu kaufen.

Als ich aus dem Laden wieder herauskam, gewitterte es heftig mit starken Regenschauern. Na, da hatte ich mal Glück gehabt so früh wieder im Tal zu sein!

So gehts zum Seealpsee:

Von Oberstdorf zum Edmud-Probst-Haus (bei der Bergstation des Nebelhorns): KLICK
Und von dort aus zum Seealpsee: KLICK
Zurück dann die gleiche Route benutzen.

(Nicht über das Oytal wandern, ausser ihr seit fit, trittsicher, schwindelfrei und kennt euch im Berg auch ohne Beschilderung und Wanderweg aus. Es wird dort auch vor alpiner Gefahr gewarnt und der Wanderweg verliert sich öfter mal. Zudem ist es sehr steil mit Geröll im unteren Drittel).

Und es dauert genauso lange wie über die Bergstation.

Eure Tatjana <3

Werbung, da Verlinkung und Markennennung (selbst bezahlt).

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