Brodelnde Quellen mit Dampf, der nach oben steigt.
Island

Island – Golden Circle

Wow! Wir sind wirklich in Island. Nach einem Jahr Planung sind wir endlich angekommen..
Der Flug verlief gut, den Mietwagen hatten wir irgendwann auch (nächstes mal nehmen wir aber eine andere Mietwagenfirma..) und zu guter Letzt erreichten wir nach gut einer Stunde Fahrt unser erstes Ferienhaus in der Nähe von Reykjavik. Dieses war eigentlich garnicht eingeplant, aber ich hatte im Frühjahr bei einem Gewinnspiel der Eigentümer mitgemacht und eine Übernachtung dort gewonnen. 🙂

Es gehört zur Pferdefarm Akurgerði und verfügt über eine Küche, ein Bad, ein Schlafzimmer und sogar einen Hot Pot, den wir natürlich auch ausprobiert haben.
Immer wieder haben wir zwei süße Katzen gesehen, die zum Hof gehören. Island soll sowieso das Land der Katzen sein. Hunde sieht man dagegen eher weniger. Ausser den Haus- und Hofhund der Besitzer, ein ganz Lieber!

Innen ist die Ferienwohnung sehr gemütlich eingerichtet mit Liebe zum Detail. Für ein Pärchen mit Faible für Pferde (und auch ohne) ideal. Sabine, die deutsche Besitzerin, erzählte mir, dass sie auch Reittouren anbieten. Also wer wegen der Islandpferde nach Island kommt, der ist dort gut aufgehoben.

Katze auf dem Pfosten vor dem Ferienhaus.
Pferde weiden vor der Ferienwohung in Island.
Gemütliche Einrichtung der Ferienwohnung.

Am nächsten Tag starteten wir gleich mit unserer ersten Tour: Golden Circle.

Auf isländisch Gullni hringurinn, ist der Name mal von Reiseanbietern erfunden worden und ich muß sagen, er passt ganz gut. Auf deutsch Goldener Ring, ist es eine sehr beliebte Auflugsroute im Südwesten Islands, die man gut von Reykjavík aus anfahren kann. Es ist auch eine empfehlenswerte Tour, da sie sehr schön ist und es nur dort einen Geysir gibt, der noch Wasser spuckt.
Man kann sie von der Hauptstadt aus als Tagesausflug buchen, aber auch selber fahren. Alle Straßen sind geteert und gut befahrbar. Einzig und allein die Planung, also wo ist was und wie kommen wir dahin und in welcher Reihenfolge, ist etwas schwieriger. Deswegen möchte ich euch unsere Route vorstellen. Ich habe immer von Reykjavík aus gerechnet, obwohl wir etwas weiter südlich gewohnt haben.

Unsere Route:

Navigation im Auto: mit Google Maps
Dauer: ein Tag
Kilometer: 215 km von Reykjavík aus
(beachte: du darfst nur 90 km/h fahren)

Station 1 / Þingvellir – Kontinentalplatten:

Google Maps: „Öxarafoss“ eingeben.
Reykjavík – Öxarafoss: 41 km
Fahrdauer: 34 Min.

Wir sind mit dem Uhrzeigersinn gefahren und haben zuerst Þingvellir angesteuert. (Das Þ spricht man übrigens wie das englische „th“ aus). Hier treffen die Nordamerikanische und die Eurasische Kontinentalplatte aufeinander und das Alþingi tagte dort früher. Mehr dazu aber später.

Wenn ihr bei Google Maps Pinkvellir eingebt, führt es euch zu einen Ort mitten im Nirgendwo, da es ein Nationalpark ist. Daher gebt lieber „Öxarafoss“ ein, das ist ein Wasserfall und von dort aus kann man ganz gut spazieren oder wandern gehen.
Dort sind mehrere kleine Parkplätze. Anfang September war der, der am nahesten ist, komplett voll, aber der nächste war nur 200 Meter entfernt und zu Fuß zu erreichbar.

Straße in Island
Berg mit Nebelschwaden in Island.
Parkplatz mit Auto in Pingvellir/Island

Wasserfall Öxarafoss: Ich möchte, dass ihr reale Bilder bekommt. Mit Touristen. Diese sind Anfang September entstanden.

Wasserfall Öxarafoss mit Touristen.
Wasserfall Öxarafoss in Island

Von hier aus kann man gut zur Allmännerschlucht Almannagrá wandern, wo früher viele Versammlungen stattfanden. Auch das Alþingi, das älteste bestehende Parlament der Welt, welches immer zur Sommersonnenwende tagte. Jeder Gode mußte daran teilnehmen. Um thingfähig zu sein, mußte der Bauer über ein bestimmtes Vermögen verfügen. Der Platz wurde gewählt, da er von allen Bauern des Südwestens gleich gut erreichbar war, es Weideland für die Pferde gab und Frischwasser durch den Fluß Öxarà.

In der Nähe ist auch eine Informationsstelle und zb die Kirche Þingvallakirkja, welche schon vor tausend Jahren den Teilnehmer des Alþingi zur Verfügung stand.

Weder die Allmännerschlucht, noch die Kirche haben wir geschafft. Uns zog es weiter..

 Station 2 – Wasserfall Bruarfoss:

Google Maps: „64.239960, -20.524183“ eingeben.
Bruarfoss:
64.264722, -20.516389
64°15’53″N, 20°30’59″W
Öxarafoss – Beginn Wanderweg: 42,6 km
Fahrdauer bis zum Wanderweg: 36 Min.
Länge Wanderweg: 3,7 km
(teilweise rutschig & steil)

Nächste Station ist der Wasserfall Bruarfoss. Diesen mag ich sehr gerne weil er eine schöne türkise Farbe hat, welche man vorallem bei sonnigem Wetter gut sieht.
Und er ist nicht so leicht zu finden. Bei Google Maps gebt ihr die Koordinaten für die Brücke des Bruara (Fluß) ein. Dort wandert ihr auf der Ostseite des Flußes den Pfad entlang Richtung Norden (ca. 3,7 km). Der Pfad ist teilweise rutschig und steil.

(Bis September 2017 konnte man etwas weiter östlich bei der Straße 37 noch durch die Ferienhaussiedlung durchgehen, der Eigentümer des Grundstückes sieht das aber nicht gerne und angeblich soll der Weg jetzt auch gesperrt sein.) Es gibt kein Schild oder Wegweiser zum Wasserfall!

Hohes Gras und ein Berg im Hintergrund in Island.
Kleiner Fluss auf dem Weg zum Wasserfall Bruarfoss in Island.
Der türkise Wasserfall Bruarfoss

Station 3 – Geysir Strokkur:

Google Maps: „Strokkur“ eingeben.
Parkplatz Bruarfoss – Geysir Strokkur: 15 km
Fahrtdauer: 16 Min.

Und weiter gehts zum Hochtemperaturgebiet Haukaladur. Dort ist nämlich auch der berühmte Geysir Strokkur, der alle 5 Minuten Wasserfontänen in die Luft spritzt. Da er sehr berühmt und beliebt ist (und der einzige noch aktive Geysir auf Island) ist dort viel los. Der Parkplatz ist etwas größer und daneben steht ein Restaurant mit Souvenirladen. Und ein Klo im Souvenirladen! Denn sein Geschäft irgendwo in der Natur zu erledigen empfehle ich niemandem. Es ist erstens verboten, zweitens sehen es die Isländer überhaupt nicht gerne. Zudem wäre es schade um die Natur. Es gibt auch kaum einen Baum dafür 😉 Also lasst es bleiben. Es gibt immer wieder Klos, und sei es ein Dixiklo an der Ringstraße.

Es blubbert und brodelt..

Brodelnde Quellen mit Dampf, der nach oben steigt.

Bitte denkt daran, euch nicht in den Wind zu stellen, wenn ihr auf die Fontäne wartet. Sonst werdet ihr recht nass.. Faszinierenderweise hat sich darüber keiner Gedanken gemacht und es wurden regelmäßig Touristen nass als wir da waren 😉

Um den Strokkur herum sind noch einige andere Geysire wie der Konungshver. Teilweise von einer großen Schwefelwolke umhüllt..

Die hohe Fontäne des Geysir Strokkur.

Station 4 – Wasserfall Gullfoss:

Google Maps: „Gullfoss“ eingeben.
Geysir Strokkur – Gullfoss: 10 km
Fahrdauer: 10 Min.
(Und zurück nach Reykjavik: 118 km
Fahrtdauer: 1 Std. 34 Min.)

Schon ziemlich k.o. entschieden wir uns trotzdem noch dafür, zum Gullfoss zu fahren. Er ist nämlich nur 10 Minuten entfernt!
Und es lohnt sich. Es ist einer der größten Wasserfälle Islands..

Bitte bleibt auf den Wegen. Erst vor kurzem ist ein Tourist gestürzt und wurde erst Wochen später tot geborgen.

Dass es den Wasserfall so noch gibt, ist Sigríður Tómasdóttir zu verdanken. Eine englische Gesellschaft hatte ihn gepachtet um ein Elektrizitätskraftwerk zu bauen. Er versuchte mithilfe eines Anwaltes dagegen anzukämpfen und drohte sogar damit sich in die Fluten zu stürzen.
Letztendlich wurde der Vertrag aufgelöst, weil eine Pacht nicht rechtzeitig gezahlt wurde.

Wasserfall Gullfoss
Nebelschwaden beim Wasserfall Gullfoss in Island.
Wasserfall Gullfoss in Island

Wir waren für heute fertig und fuhren zum Supermarkt und unserer zweiten Ferienwohnung.

Wer noch mehr sehen möchte, kann aber noch zum Kratersee Kerið fahren.
Er liegt auf der Strecke nach Reykjavík und hat sogar eine eigene Webseite: http://kerid.is

Eure Tatjana

Werbung da Markennennung (Reise selbst bezahlt).

P.S. Im nächsten Beitrag erzähle ich euch von dem Gletschersee Jökulsárlón.

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